
Wald und Wasser prägen nicht nur die Natur des Frankenwaldes, sie bestimmten lange auch Kultur und Handel der Region, die über Jahrhunderte von Flößerei und Holzhandel lebte. Floßteiche, Wehre und Floßgräben gaben der Landschaft im Verlauf der 800jährigen Flößertradition ein unverwechselbares Bild, die Flößergemeinschaften prägten viele Siedlungen und deren soziale Struktur.
Die Frankenwald-Flößer, bekannt als naturverbundene, urwüchsige und trinkfeste Charaktere, denen per Tarifvertrag eine Tagesration von 5 Litern Bier zustand, versorgten seit dem Mittelalter das Main- und Rheingebiet mit Bauholz und zahlreichen anderen Holzprodukten. Selbst Amsterdam steht, worauf man sehr stolz ist, zum Teil auf Holzpfählen aus dem Frankenwald. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam diese ehrwürdige Handelstradition zum Erliegen, die Flößerei selbst wird jedoch bis heute von den Frankenwäldern gehegt und gepflegt, wovon sich Besucher auf vielerlei Arten überzeugen können.
Auf den Spuren der Flößer

So lässt das Flößermuseum in Unterrodach Flößergeschichte lebendig werden und der Flößerweg führt Wanderer entlang alter Schneidmühlen, Floßteiche und wildromantischer Flussläufe auf den Spuren der Flößer durch den Frankenwald.
Die 1. Etappe des Weges trägt den Namen „An der Wilden Rodach: Von der Quelle bis Erlabrück“ und führt auf 24 km entlang des Flusses, an dem bis heute Schneidmühlen erhalten sind, die bis auf das 16. Jahrhundert zurückgehen. In Erlabrück fließt die Wilde Rodach schließlich in die Rodach, die ihrerseits einige Kilometer entfernt in den Main mündet. Deshalb heißt der 2. Abschnitt des Flößerweges, der über 50 km von Rodacherbrunn über Nordhalben, Steinwiesen und Kronach entlang der Rodach führt „Mit der Rodach an den Main“. Auch hier ist die Flößerei für den Wanderer allgegenwärtig.
Wer sich hingegen auf eine abenteuerlich nasse Erlebnisreise einlassen möchte, der begebe sich an einem Samstag im Sommer in den Flößerort Wallenfels, denn dann legen dort bis zu 23 Flöße ab. Genau die richtige Adresse, um sich in hautnahem Kontakt mit dem nassen Element durch Wehre, Engen und Untiefen zu kämpfen. Bei einer zünftigen Brotzeit in einem ehemaligen Flößerhaus wird im Anschluss der überstandenen Abenteuer gedacht, die für die Flößer aus dem Frankenwald das tägliche Brot waren.
Floßfahrten auf der Wilden Rodach 2010:
29.05.2010 – 11.09.2010 jeweils samstags (außer 7.8.2010) um 15 Uhr ab Wallenfels-Schnappenhammer;
24. Juli 2010: Nacht-/Fackelfloßfahrt







